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Wie konnte die Welt Denjenigen hassen, der stets Gutes tat?
Plinio Corrêa de Oliveira
Die Abbildung auf dieser Seite zeigt ein Gemälde von Meister Pflock (16. Jahrhundert), „Die Dornenkrönung Christi“, |  | 
 „Die Dornenkrönung Christi“ (Meister Pflock, 16. Jahrhundert)" |
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das sich im Museum von Gent befindet. Rings um den Göttlichen Erlöser, der gefesselt und zum Hohn in einen lächerlichen Purpurmantel gekleidet ist, sind fünf Figuren gruppiert. Im Vordergrund streckt ihm ein Mann einen Stock als Zepter entgegen. Gleichzeitig nimmt er in gespieltem Gruß die Mütze ab und streckt seine Zunge heraus. Neben ihm verzieht ein anderer höhnisch den Mund. Die übrigen Personen im Hintergrund sind damit beschäftigt, auf dem anbetungswürdigen Haupt des Erlösers eine Art riesigen Hut aus Dornen zur Krone zusammenzusetzen. In der Mitte der Sohn Gottes, der körperlichen Schmerz, noch mehr jedoch große seelische Pein ausstrahlt, welche die physischen Qualen übersteigt und das göttliche Opfer ganz erfaßt. Man kann sagen, daß Unser Herr unter der Gehässigkeit dieser elenden Henker furchtbar leidet und daß dieser Haß nichts anderes ist als ein kleiner Teil eines riesigen Ozeans aus Haß, der sich weit erstreckt bis an den Rand des Horizonts. Und es ist dieser Ozean der Bosheit, der den Blick Jesu in schmerzhafter Meditation dahinschweifen läßt.
Das Bild beleuchtet einen äußerst wichtigen Aspekt der Leidensgeschichte Jesu: den Kontrast zwischen der unendlichen Heiligkeit und der unsagbaren Liebe des Erlösers auf der einen Seite und der unergründlichen Niedrigkeit und dem unerbittlichen Haß derer, die ihn folterten und töteten, auf der anderen Seite. Hierin zeigt sich der unüberbrückbare Gegensatz zwischen dem Licht - „erat lux vera“ (Joh. I, 9) - und den Kindern der Finsternis, zwischen Wahrheit und Irrtum, Ordnung und Unordnung, dem Guten und dem Bösen.
„Popule meus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te?“ - „Mein Volk, was habe ich dir getan, womit dich beleidigt?“ Diese Worte des Propheten Micha (6,3), welche die Karfreitagsliturgie unseren Herrn sagen läßt, bilden den Kernpunkt des Themas, das wir soeben genannt haben.
Daß ein Mensch denjenigen haßt, der ihm Böses getan hat, ist tadelnswert, jedoch nicht unbegreiflich. Wie aber kann ein Mensch jemanden hassen, der gut ist, der ihm Gutes tut? Dieses Problem ist so alt wie die Menschheit. Warum haßte Kain Abel? Warum verfolgten die Juden die Propheten und töteten sie oft sogar? Warum verfolgten die Römer die Christen? Und in der jüngeren Zeit: Warum vergossen die Protestanten so viel Märtyrerblut, genauso wie die Französische Revolution oder die bolschewistische Revolution in Rußland? Wie ist in unseren Tagen der Haß der Kommunisten im Spanischen Bürgerkrieg, bei den Verfolgungen in Mexiko, Ungarn und Jugoslawien zu erklären?
Wir wissen wohl, daß solche Fragen so formuliert vielen etwas zu einfach erscheinen mögen. Der Haß der Feinde der Kirche war nicht immer grundlos. Bisweilen fehlte es auch von Seiten der Katholiken nicht an Provokationen und Exzessen, die Reaktionen hervorriefen. Andererseits gab es in einigen Fällen auch Mißverständnisse, die zu Gewalttaten führten. Es gab Märtyrer, nicht weil die Kirche gebührend bekannt und trotzdem als solche verhaßt war, sondern genau deshalb, weil sie unbekannt war oder entstellt wurde, wie es nicht hätte sein dürfen.
Wir bestreiten nichts von all dem. Jedoch den Haß der Finsternis gegen das Licht und des Bösen gegen das Gute auf diese Ursachen zu reduzieren, würde das Problem ungewöhnlich vereinfachen. Und all dies ist es, was in der Passion ganz deutlich wird.
Stellen wir zuerst fest: die Katholiken können Fehler haben, unser Herr aber hatte keinen Fehler. Weder was die Tiefgründigkeit und die Form Seiner Predigt anbelangt, noch was das Taktgefühl und das Geschick, mit denen Er lehrte, noch was den erbaulichen Charakter Seiner Beispiele, den apologetischen Wert Seiner Wunder und Seine äußerste Heiligkeit und Faszinationskraft betrifft, kann es Zweifel geben. Für keinerlei berechtigten Einwand und keinerlei begründete Klage hat Er einen Vorwand geliefert. Im Gegenteil, er gab den Menschen lediglich Anlaß, Ihn anzubeten und Ihm zu folgen.
Dennoch wurde auch Er gehaßt, mehr sogar als Seine Nachfolger über die Jahrhunderte hinweg. Wie ist das zu erklären? Der Grund dafür ist, daß in den Kindern der Finsternis ein Haß steckt, der sich vor allem gegen die Wahrheit und das Gute richtet. Es nützt also nichts, zu versuchen, alles als ein einfaches Zusammenspiel von Missverständnissen abzutun. Missverständnisse gab es. Sie sind jedoch nicht die Lösung des Problems.
Es mag manch einer sagen, daß dieser Haß ziemlich einfach zu erklären ist: das Gesetz Gottes ist streng. Wer nicht die mit der Beachtung der Gesetze Gottes verbundenen Opfer auf sich nehmen will, gehorcht nicht und ist schnell geneigt, dagegen zu revoltieren. Diese Revolte wiederum erzeugt den Haß, vor allem den Haß gegen die Wahrheit und das Gute. Damit ist alles erklärt.
Wir bestreiten nicht, daß in den meisten Fällen hier die Wurzel des Hasses gegen Gott liegt. Doch um das Problem richtig zu verstehen, sollte man nichts überstürzen. Jede Sünde ist eine Beleidigung Gottes. Es gibt allerdings Sünder, die sich eine gewisse Traurigkeit über das Böse, das sie tun, und eine gewisse Bewunderung für das Gute, das sie nicht tun, bewahren. Aus diesem Grund beklagen sie das Leben, das sie führen, raten anderen, nicht ihrem Beispiel zu folgen und begegnen mit Ehrfurcht denjenigen, die gut handeln. Wegen dieser demütigen Haltung schenkt ihnen unser Herr oft große Gnaden und sie kehren wieder auf den Weg der Rettung zurück.
Wenn es in Israel nur Sünder dieser Art gegeben hätte, dann glaube ich, daß Jesus nicht verfolgt und noch viel weniger gekreuzigt worden wäre. Wenn Kain zu diesen gehört hätte, hätte er Abel nicht getötet. Wenn alle Sünder im Laufe der Geschichte wie diese gewesen wären, dann hätten sich niemals die schrecklichen Verfolgungen ereignet, von denen wir vor kurzem gesprochen haben.
Wie sind sie also, die Sünder, die man als hartnäckige Verfolger der Kirche kennt? Hier liegt das Problem.
Der traurige und beschämte Sünder, über den wir gesprochen haben, darf streng genommen nicht gottlos genannt werden. Er wird erst dann in die Gottlosigkeit abgleiten, wenn ihn die Sünde so abstumpft, daß er die Traurigkeit, die er wegen der Sünde empfinden sollte, und die Bewunderung für diejenigen, welche die Tugendhaftigkeit praktizieren, verliert. Es wird dann daraus sozusagen eine Gottlosigkeit ersten Grades entstehen, die mit der Gleichgültigkeit gegenüber der Religion und der Moral einhergeht. Für den Gottlosen dieser Art ist nur sein persönliches Interesse von Bedeutung. Ganz gleich, ob er sich im Leben für ein gutes oder für ein schlechtes Umfeld entscheidet, ihm ist jedes Mittel recht, sofern er Geld verdient und Karriere macht oder sich amüsiert.
Diese Art von Gottlosigkeit ist selbstverständlich in hohem Maße tadelnswert. Ihrer haben sich all diejenigen schuldig gemacht, die in Jerusalem der Passion nur aus Neugier beiwohnten. Ebenso diejenigen, die durch die Geschichte hindurch bis heute sich im Recht glauben, den Kampf zwischen den Kindern des Lichtes und den Kindern der Finsternis beobachten zu dürfen, ohne Partei zu ergreifen - als eine egoistische „dritte Kraft“.
Aber, um es noch einmal zu sagen, solche Leute hätten von sich aus nicht den Gottesmord verübt.
Es gibt jedoch Seelen, die weiter gehen. Angetrieben von der Sinnlichkeit, vom Hochmut oder von irgendeiner anderen Untugend treiben sie die Bosheit so weit und identifizieren sie sich dermaßen mit der Sünde, daß sie sich schließlich nur dort wohlfühlen, wo sie sich an ihren schlechten Gewohnheiten ergötzen können und weder Tadel noch die geringste Abweichung von ihren Gewohnheiten zu ertragen haben. Daher kommt ihr Haß gegen die Guten und das Gute, gegen die Vorkämpfer der Wahrheit und gegen die Wahrheit selbst, ein Haß, der ihnen eine Art negatives Ideal gibt. Voltaire hat dies sehr gut mit seiner Devise „écraser l`infâme“ („infâme“ steht für das fleischgewordene Wort) zum Ausdruck gebracht. Daraus den Herzenswunsch aller Augenblicke eines ganzen Lebens das Ideal zu machen, das ist der Inbegriff der Gottlosigkeit.
Menschen dieser Art bringen alle für die Planung, Anstiftung und Umsetzung der Verfolgung erforderlichen Voraussetzungen mit. Wenn es in Israel solche Menschen nicht gegeben hätte, wäre unser Herr nicht gekreuzigt worden.
Gott verweigert keinem seine Gnade. Auch Gottlose dieser Art können sich bekehren und das mit ganzem Herzen. Es muß jedoch darauf hingewiesen werden, daß sie, solange sie es nicht tun, bereits auf Erden das entscheidende Merkmal der zur Hölle Verdammten besitzen.
Tatsächlich denkt man normalerweise, daß die Verdammten, wenn sie könnten, alle zum Himmel flüchten würden. Aber dem ist nicht so. Sie haben so einen Haß gegen Gott in sich, daß sie, auch wenn sie sich vom ewigen Feuer befreien könnten, in dem sie gefangen sind, dies nicht tun würden, wenn sie dafür Gott Liebe und Gehorsam entgegenbringen müßten. So groß ist die Kraft dieses Hasses. Und in diesem Licht wird das verständlich, was wir als Gottlosigkeit zweiten Grades bezeichnen würden.
Diese konzentrierte Gottlosigkeit war die bewegende Kraft der Revolte gegen den Messias. Sie war es, die Gottlose zum Kampf gegen die Kirche, gegen die guten Katholiken über Jahrhunderte hinweg antrieb.
Kinder der Finsternis, das sind die Gottlosen. Der Fürst der Finsternis, das ist der Satan.
Welche Beziehung besteht zwischen den einen und dem anderen? Judas war ein Kind der Finsternis. Das Evangelium sagt uns, daß der Teufel in ihn fuhr (siehe Lukas 22, 3). Wir wissen durch den Glauben, daß böse Geister „durch die Welt ziehen, um Seelen zu verderben“. Wenn es dem Teufel gelingt, in einer Seele sein Werk zu vollbringen, versetzt er sie in diesen Zustand der Gottlosigkeit. Und eine solche Seele ist wiederum ein offenes Feld für die Versuchungen des Teufels. Es ist demnach offensichtlich, daß solche Menschen die besten Gehilfen der Hölle sind im Kampf gegen die Kirche.
Herr, in dieser Stunde des Erbarmens, in der wir Deines erlösenden Blutes gedenken, das aus allen Wunden Deines hochheiligen Körpers floß, bitten wir Dich durch die unendlichen Verdienste Deines hochkostbaren Blutes und durch die Tränen Deiner und unserer Mutter, uns weit, sehr weit von jeder Gottlosigkeit fernzuhalten: „Laß nicht zu, daß wir uns von Dir entfernen“, von ganzem Herzen flehen wir Dich an.
Wo auch immer gottlose Menschen Kinder des Lichtes verfolgen, und dies vor allem in den Ländern, wo die Kirche verfolgt wird, sei Du die Kraft dieser Verfolgten. Nicht nur, damit sie nicht schwach werden, sondern auch, damit sie sich erheben, sich zusammenschließen und Deinen Gegner zermalmen. Durch das Unbefleckte Herz Mariens bitten wir Dich darum.
Und Dich Herr, der Du in der letzten Stunde einem Verbrecher das Paradies versprachst, flehen wir durch die Verdienste Deines Leidens gemeinsam mit Maria an: laß Deine Barmherzigkeit bis hinab in die verborgenen Höhlen der Gottlosigkeit dringen, um so selbst Deine schlimmsten Gegner auf den Weg der Tugend zu führen.
Setze Deine Barmherzigkeit auch dazu ein Herr, diejenigen zu verwirren, zu erniedrigen und in tiefste Machtlosigkeit zu stoßen, die sich dem stärksten Aufruf Deiner Liebe verweigern und weiterhin an der Zerstörung der christlichen Zivilisation und sogar, als ob dies möglich wäre, an der Zerstörung deiner mystischen Braut, der Heiligen Kirche, arbeiten.
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Das Buch des Adels
Das Buch „Der Adel und die vergleichbaren traditionellen Eliten“ enthältkommentierte dieAnsprachen des Papstes Papst Pius XII. und erläutert ihre Unvergänglichkeit.Der christliche Adel ist dazu berufen, in der Welt die Werte des Christentums zu verteidigen und für den Aufbau einer christlichen Welt zu arbeiten. Es ist auch ein Schatz von Argumenten gegen den gleichmacherischen Zeitgeist.
(Österreichische Gesellschaft zum Schutz von Tradition, Familie und Privateigentum TFP) |
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Revolution und Gegenrevolution
 Ein historischer Prozeß zerstörte die Einheit der Christenheit durch den Protestantismus, die Französische Revolution und den Kommunismus. Dieses Verfahren schreitet heute noch durch die Kulturelle Revolution voran. Das Werk von Prof. Plinio Corrêa de Oliveira zeigt die Ursachen und die Rolle jedes Einzelnen in diesem Prozeß auf. |
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Gegen den Strom
 Hier können Sie die aktuelle Ausgabe von unser Universitätszeitschrift lesen. |
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